Hundeverhalten ist sehr unterschiedlich.
Es gibt nicht das typische Verhalten.


Diese Vielfältigkeit ist nicht zuletzt durch die enormen Wesensunterschiede der verschiedenen Rassen und Zuchten, wie auch durch seinem heutigen Lebensraum und durch seiner Erziehung geprägten Hundepersönlichkeiten begründet.

Die wichtigste Frage mit der sich ein Hundeverhaltenstherapeut auseinander setzen muss, lautet, ob das gezeigte Verhalten des Hundes ein unerwünschtes oder ob es eine Verhaltensstörung ist.

Aber wo ist es ein unerwünschtes Verhalten und wann ist es eine Verhaltensstörung und worin liegt die Ursache des gezeigten?

Genau das müssen Therapeuten erkennen können in dem sie mit den entsprechenden Fragen an den Halter und dem objektiven beurteilen des gezeigten Verhalten des Hundes es herausfinden.
 

Unerwünschtes Verhalten

Unerwünschtes Verhalten ist für den Hund artgerechtes und normales Verhalten was aber den Menschen stört z.B. ein jagdlich motivierter Hund der nicht Jagen soll, Hochspringen am Menschen und Besuchern, Essen vom Tisch stehlen etc.

Man sieht also, dass der Begriff unerwünschtes Verhalten stark davon abhängig ist, welche Erwartungen der Halter an seinen Hund und seiner Umwelt stellt.

Verhaltensstörung

Als echte Verhaltensstörung hingegen wird eine Verhaltensanomalie bezeichnet, also jedes von der Norm abweichende Verhalten. Dabei muss man aber die Begriffe „Norm“ und „normal“ als relativ und dehnbar ansehen, da es sehr schwer ist, welches Verhaltensmerkmal noch innerhalb des Verhaltensspektrums des Hundes liegt und deswegen schwer feststellbar ist.

Verhaltensstörungen entstehen vor allem, wenn sich der Hund nicht mehr an veränderten extremen Umweltbedingungen anpassen kann, z.B Umweltbelastungen, Deprivation (Entzug von Liebe u. Zuwendung), keine Sozialisation, fehlende Umweltreize, etc., so dass es zu einer Fehlanpassungen führt.

Dazu gehören auch Stereotypien sowie auch traumatische Erlebnisse die zu den Verhaltensstörungen gezählt werden.

Stereotypien sind ständige gleichförmige Wiederholungen von Verhaltensweisen oder Lautäusserungen die keine offensichtliche Funktion haben, z.B. ständiges im Kreis laufen, ständiges Bellen, die Rute und Pfote anknabbern bis hin zur Selbstverstümmelung, und entstehen wenn das Tier in seinen Handlungsweisen und Ausübung seiner Triebe eingeschränkt wird.

Aber erst wenn durch einen Tierarzt keine organischen und körperlichen Erkrankungen festgestellt wurden, kann man wirklich erst von einer Verhaltensstörung reden.